Sabine, Bereichsleiterin HR Gruppe Projekte (Schwarz-Gruppe)


Liebe Sabine , bitte stelle dich kurz vor. 

 

Ich bin Sabine Schober und arbeite seit über 20 Jahren erfolgreich in einem großen Handelsunternehmen in Projektmanagement Aufgaben.

Für die Großprojekte Y2K und Euro-Einführung war ich in leitender Funktion zu Zeiten, da Projektmanagement Strategien noch in den Kinderschuhen waren. Maßgeblich war ich an der Entwicklung der unternehmensweiten internen Vorgaben auf Basis meiner langjährigen Erfahrungen beteiligt. Heute freue ich mein Wissen weiterzugeben und neue Erkenntnisse zusammen mit Bewährten kombinieren zu können.

In meiner Freizeit bin ich Mentorin im Programm WoMent – Crossmentoring für Frauen Wissenstadt e.V. Heilbronn und Präsidentin der Führungsfrauen Raum Heilbronn.

 

Welche Rolle spielt Projektmanagement im Handel? 

 

Das geflügelte Wort „Handel ist Wandel“ zeigt schon an, dass die ständige Veränderung das Handelsgeschäft antreibt. Viele der Veränderungen der letzten Jahre wurden durch Digitalisierungsvorhaben vorangetrieben. Nur mit zielgerichtetem Projektmanagement sind Vorhaben, die strategisch die Zukunft gestalten, realisierbar. Strategien, die oft fünf bis zehn Jahre umfassen, müssen mit den passenden Methoden in Projekten umgesetzt werden. Dabei darf der Blick aufs große Ganze nicht in der Detailarbeit verloren gehen und dies ist eine der wichtigen Aufgaben des Projektmanagers.

Projektmanagement und dazu gehörige Portfoliomanagement setzen um, was das Management heute beschließt und morgen benötigt.

Die großen Innovationen, die der Handel gerade in den heutigen Zeiten umsetzt, haben im Hintergrund immer ein qualifiziertes Projektmanagement.

 

Wie gehst du mit den Herausforderungen des ausschließlichen mobilen Arbeitens im Rahmen von Covid19 um?

 

Ich gebe zu, dass am 18.03. diesen Jahres mein erster echter Arbeitstag im mobilen Arbeiten war und ich es mir noch nicht mal ansatzweise vorstellen konnte, dass ich im Dezember immer noch nicht wieder im „Normalbetrieb“ Projekte managen darf. 

Nach den ersten technischen Anlaufproblemen, die sicher alle hatten, mussten schnell neue Methoden der Zusammenarbeit entwickelt werden. Bisher waren alle Präsenzworkshops gewohnt und nun war Projektarbeit plötzlich zu 100% digital. Wir nutzen alle Tools, die uns das Unternehmen zur Verfügung stellt und mit Kreativität haben wir einfach gemeinsam eine neue Art des virtuellen Projektmanagements entwickelt. Mein Unternehmen hat uns zeitnah e-learnings zu neuen Techniken wie Moderation digitaler Meeting zur Verfügung gestellt. Wir konnten uns gemeinsam flexibel darauf einlassen und haben viel Freiraum und Vertrauen bekommen uns die neue Arbeitswelt selbst zu gestalten. Kurze informelle Dailys ergänzen virtuelle Workshops mit MS Teams und Webex. Chatten hat eine große Bedeutung erlangt und auch Top Manager verwenden diesen schnellen Austausch. Damit haben wir kurze Wege zu Stakeholdern bekommen.

Whatsapp Videoverabredungen zum abendlichen Afterwork bei einem Glas Wein helfen zusätzlich beim Aufbau des Teams. 

Allerdings fehlt mir doch der persönlich Kontakt zu meinen Mitarbeitern, Kollegen, Vorgesetzten und dem Projektteam.

 

Was begeistert dich nach so vielen Jahren am Projektmanagement?

 

Ganz einfach – kein Tag ist wie der andere und jeder bringt Neues. Seit über 20 Jahren ist Projektmanagement meine Kernkompetenz und ich lerne trotzdem täglich dazu. Über Projekte konnte ich vielen jungen Menschen den Berufseinstieg ermöglichen.

Selbst in jeder noch so kleinen Aufgabe ist eine Spur Projektmanagement notwendig, auch wenn es sich die Organisation der Online-Weihnachtsfeier dreht.

Der Kontakt mit vielen Menschen die über Monate zu einem Team zusammenwachsen und die Innovation die Kern jedes Projektes ist, bringt mir täglich Energie.

Die Herausforderung mit Projektmanagement Themen zu einem Ziel zu bringen, ist eine der großen Chancen vor allem für Frauen, in einer zunehmend digitalisierten Welt, das werden Maschinen oder Roboter nie können!

  

Gemeinsam mit anderen Führungsfrauen in der Region Heilbronn, hast du einen Verein gegründet. Was ist das Ziel des Vereins und welche Lücke möchtet ihr gemeinsam schließen?

 

Ziel des Vereins ist es als Kompetenznetzwerk die Gleichberechtigung von Frauen im beruflichen und öffentlichen Leben zu fördern. Wir wollen Raum geben für den Austausch in der Rolle einer Führungsfrau und das Selbstverständnis der Rolle als Führungsfrau stärken. Wir begleiten Frauen in den Phasen einer Karriere und fördern weiblichen Führungsnachwuchs. Dazu bieten wir Veranstaltungen, in heutigen Zeiten komplett als Online-Formate, an. Wir arbeiten unternehmensübergreifend, tauschen unsere Erfahrungen aus und wollen weibliche Vorbilder sichtbar machen.

Im Raum Heilbronn gab es ein solches Netzwerk nicht und wir schließen damit die Lücke rein für Frauen ein Angebot zusätzlich zu den oft männerdominierenden Organisationen zu schaffen.

 

Was würdest du gerne deinem 20-jährigen Ich sagen? 

 

Du machst in deinem Leben Fehler, aus denen wirst du lernen, aber die musst du auch machen! 

Du bist auf dem richtigen Weg, lass dich von niemanden davon abhalten!

Sei immer konsequent und umgebe dich nur mit den Menschen die dir gut tun!