Kerstin, Beratende Ingenieurin für Projektmanagement und Projektsteuerung und darin ein praxisorientierter Unternehmer-Coach


Liebe Kerstin, bitte stelle dich kurz vor. 

 

Nun, mit meinem gut 20-jährigem PM-Kontext klingt das, in Kaleidoskop-Form, so:  

 

Aufgewachsen und nach 25-Wanderjahren wieder heim gekehrt, lebe ich an der Berliner Südküste und habe dort auch mein Ingenieur-Büro angesiedelt, in einem alten Yachthafen. Zu Terminen in der Berliner City fahre ich sehr gerne mit alten Motoryachten, also die gute Spree hinunter.

Zur Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement bin ich 1997 über meinen IPMA Level D gekommen und habe „PM-Feuer“ gefangen. Im Kernteam für den „16th IPMA World Congress on Project Management, 2002 in Berlin“, habe ich das PMO geleitet. Die Premiere der Galashow für den „1st IPMA International Project Management Award“ habe ich „on Top“ organisiert und eine Woche lang, mit nur zwei wundervollen Mitarbeitern, den ganzen Kongress sowie die erste internationale PM-Messe gemanagt. 1000 Teilnehmer aus 51 Nationen. Als Key-Note-Speaker konnten wir Edward De Bono und Tom De Marko gewinnen, ein spannendes „Teil-Projekt“ für uns Organisatoren. Dieser Kongress, erster IPMA-Meilenstein dieser Größenordnung, der u.a. die Etablierung der GPM-Marketing-Abteilung zur Folge hatte. Zuvor war dies alles rein ehrenamtlich. Wer würde dies heute noch so leidenschaftlich tun?

Als aktives GPM-Mitglied habe ich das Qualifizierungs- und Zertifizierungssystem mit zum Volumengeschäft im Trainingsbereich ausgebaut und ermöglicht. Den ersten Vorstand der IPMA/GPM Young-Crew habe ich in der Organisationsentwicklung gecoacht, eine sehr erfrischende Aufgabe. Bis 2017 leitete ich die GPM Regionalgruppe für Berlin und führte jahrelang eine Vielzahl von Informations- und Netzwerkveranstaltungen sowie Trainings und Beratungen für Projektmanager und Projektsteuerer durch.

 

Und, wenn es von gegenseitigem Interesse ist, mich etwas persönlicher vorzustellen, dann gestalte ich das so:

 

Am liebsten stelle ich mich mit einem offenen Lächeln vor. Bekanntermaßen ist dies die kürzeste und schönste Verbindung zwischen Lebewesen. So lächle ich oft in den online Medien, textlich und ebenso gerne durch das Telefon hindurch. Es öffnet viele Türen. Still.

Wenn ich auf diesen Wegen mit meinem Gegenüber in Kontakt komme, ist es mehr als „das Wetter“ worüber wir sprechen, sondern relativ zügig irgendein praktisches Thema über das ich mich gerne austausche. Es fasziniert mich, Menschen mit ihren persönlichen Themen und Fragestellungen zu begegnen. Oder sie, in meiner Rolle als Beraterin, Coach und PM-Supervisor individuell ein Stück ihres Weges begleiten zu können. Das kann auch „nur“ für eine Frage lang in meinen Sprechstunden sein. Somit freut mich die Gelegenheit, Dir hier ein kurzes Interview zu einem mir wichtigen Thema geben zu können. Projektmanagement. 

Kurz noch: Aus meiner Vielfalt von Lebens- und Projekterfahrungen sowie deren zugehörigen Erlebnissen und Meilensteinen schöpfe ich gerne Neues. Kreativität und strukturiertes Denkvermögen sind mir gegeben. Das ist manchmal ein Spagat im Kopf. Und das hält mich mental fit. 

Als Multi-Organisationstalent mit vielen handwerklichen Fähigkeiten kann ich zudem ganz gut analysieren, adaptieren, kombinieren, produzieren, vermarkten. Wirkungsvoll zu vernetzten, was gesunden Sinn und hilfreiche Mehrwerte zu ergeben vermag, war Jahrzehnte eine Leidenschaft von mir. Mit all seinen Vor- und Nachteilen. Der Lohn des Künstlers ist „oft“ nur der Applaus – vor dem Vorhang. Ich wollte immer Bühnenbildnerin werden, um Präsenz von Schöngeistigem zu ermöglichen. Nun denn. Ich bin Uhrmacher und Ingenieur geworden. Wer mich heute fragt, was ich bin: Beratende Ingenieurin für Projektmanagement und Projektsteuerung und darin ein praxisorientierter Unternehmer-Coach. Für die Hilfe zur Selbsthilfe. 

 

Du hast in deinem Leben bislang viele unterschiedliche Dinge (Ausbildung, Projektmanagement in Architekturbüros, Trainings, Freiberuflichkeit) gemacht. Wie bist du dazu gekommen? 

 

Das ist eine schöne Frage! Meine Ahnentafel enthält viele schöne Berufsgruppen. Daher bin ich vielleicht so etwas wie eine berufliche „Naschkatze, geboren im Sternbild des Löwen“ geworden. Mein Ururgroßvater, der als Steinmetz in der Nähe von Verona lebte und den schönen Vornamen Michelangelo hatte, über meine Urgroßmutter deren Spinnrad und Wollspindel sich bis heute in unserem Familienbesitz befindet über meine beiden Großmütter, die feinste Leinentücher so unsichtbar stopfen konnten, dass es nur bei Sonnenschein auf der Wäscheleine zu sehen war. 

Mein Großvater, väterlicherseits, war ein musikalisch begabter Postbote. Sein goldenes Horn und seine Uniform sind, noch heute, in einem Heimatmuseum ausgestellt. Meine Eltern sind in die technische Richtung gewechselt und haben beide, immerhin am Anfang der 50er Jahre, ihr Ingenieurstudium abgeschlossen. Es gibt sicherlich keine 10 Frauen auf der Welt, die zu dieser Zeit und mit Anfang 20, so einen Abschluss vorweisen können. 

Meine Mutter hat, mit 3 Kindern und einem ständig weltreisendem Direktor eines Industriewerkes mit bis zu 9000 Angestellten, immer Vollzeit gearbeitet. Vor ihrer Rente war sie Personalchefin einer 500 Personen starken Handels-Firma. Ihre zwei Netze mit innerstädtischem Einkauf, die sie am Abend immer 20 Minuten von der S-Bahn mit sich heim trug, habe ich hunderte Male die 3 Treppen zu unserer Wohnung mit einfacher Ofenheizung heraufgetragen. Daher kommt sicherlich meine andauernde Lust auf spontane und moderate Bewegungsarten. Nähen, Stricken, Malern, geschickt Organisieren und ständiges Umräumen um neu zu ordnen und zu gestalten, alles Mögliche basteln und „handwerkeln“, turnen und schwimmen, Karten spielen, Springseil springen und unzählige Märchen aus aller Welt immer sehr aufmerksam zu lesen, das habe ich von meiner Mutter und von meinen Großmüttern gelernt. Gelernt. Die Ruhe zum stillen Angeln habe ich wohl eher von meiner Mutter. Mein Vater liebte den Wasserwandersport und das klassiche Arkordeonspielen. Zur Entspannung.

Kleine Schätzlein; Mein Vater setzte mich, jeden Morgen wohl behütet, in seiner großen schwarzen Tatra-Limousine am Kindergarten ab. Na gut, manchmal durfte ich einfach im Wagen sitzen bleiben und der Fahrer hat mich den ganzen Tag einfach mit rumgefahren und hat mir Berlin gezeigt. So lernte ich schon früh viele Ecken sehr gut kennen, an denen ich dann später einmal wohnen sollte. In ganz Berlin.

Mit meinem Vater habe ich eher „geschraubt, gelesen und gelacht“ und gelernt, wie man sich diplomatisch in bester Art und auf „Protokollstrecken“ verhält. Er hat mich an den Wochenenden oft in seine große Fabrik mitgenommen. Dort bin ich, im großen Büroturm der von innen etwas italienisch anmutet, am liebsten Paternosta-Aufzug gefahren. Also dem ohne Türen… Mit fünf Jahren war das immer wieder wie eine große Expedition. Meist gab es auf jeder Etage etwas Neues für mich zu entdecken oder es lag zur Überraschung mal ein Äpfelchen bereit. Im großen, eichenholzgetäfelten, Sitzungssaal, habe ich dann mit Kreide die Tafeln bemalen dürfen. Heute siedeln, in den Werkhallen viele Handwerksunternehmen. Das erfreut mich sehr. Auf den Turm wünsche ich mir wieder das eigentliche Wahrzeichen und den damit verbundenen Erfolg für die Zukunft. Ideen dafür habe ich entwickelt.

Später, in den 2000er Jahren, wenn ich an Universitäten zu Projektmanagement referierte, habe ich, immer wieder, aus den vielen Innovationen rund um die Fehrnsehelektronik und Halbleitertechnik Kraft schöpfen können. Viel „gewerkelt“ habe ich mit meinen beiden Eltern. So wurde ich, statt Kostüm- und Bühnenbildnerin, zunächst eine Uhrmacherin. Das System des „Arbeiter- und Bauerstaates“ verwehrte mir, trotz Notendurchschnitt von 1,2 ein Abitur zu machen. Nach der Handwerkerlehre wurde ich ein Ingenieur für Feinwerktechnik. Naja, das Studium war nicht so mein Ding. Das Skifahren während dieser Zeit eher. Und die Aktivierung des Studentenclubs sowie die schönsten Wanderungen durch die Sächsische Schweiz. Bei jedem Wetter.

Meine Zeit als Maßschneiderin für Motorradlederbekleidung und Leder-Corsagen erwuchs daraus, dass ich selbst im Winter nicht immer auf meinem Motorrad frieren wollte. Die keltisch abgesteppten Hosen und Jacken und dazu passenden Motorradsitze fanden reichlich Anklang. Mitte der 80er Jahre hatte ich dann alle mir zugänglichen Meere und Berge mehrfach und zu jeder Jahreszeit bereist. Ich begann, mich für Avantgarde Musik Festivals, Konzeptkünstler und Landschaftskunst zu interessieren. So arbeitete ich als technische Angestellte in einem Büro für „Architekturbezogene Kunst“, in Galerien die schillernde Kunst- und Musikevents inszenierten. 

Wir schrieben das Jahr 1989. Mit eloquenten Weggefährten organisierte und feierte ich Projekte für kulturelle Nachhilfe und durchfahrbare Landschaftsgalerien. Dies in Verbindung mit Entwicklungshilfeprojekten im Norden der Mark Brandenburg.
So zog es mich aus der Großstadt und dem Berliner Büro des Deutschen Kulturrates für gute 20 Jahre auf das platte karge Land zwischen Berlin und Hamburg. Dort, wo man noch heute „mittwochs sehen kann, wer freitags zu Besuch kommt“. Hier hatte und hat (fast) jede Idee eine Chance auf Wahrnahme. Durch die megadünne Besiedelung erscheinen kleinste Ereignisse in der Regionalpresse in großer Aufmachung. 

Mein Organisationstalent sprach sich in der, nach europäischen Richtlinien nicht besiedelten Region, sehr schnell herum. Bei einem Treffen in einer alten Kuckucksmühle hatte ich nicht nur eine Erinnerung an meine Uhrmacherlehre und die unendlichen Rufe der Kuckucksuhren, es gab dort im Wald auch einen Echten. Und einen Waldsprecht. Und einen original erhaltenen roten Stein-Backofen. Die Bilder von vielen Märchen kamen mir wieder in den Sinn. Es gab Sommernächte in denen 1000sende Glühwürmchen den dunklen Waldweg friedlich und still säumten. Und verzauberten. So nahm ich die Einladung, auch mal ein Ingenieurbüro ganz neu und mitten in der Brandenburgischen „Pampa“ zu organisieren, an. Das kannte ich ja noch nicht. So wurde ich zur Gesellschafterin meiner ersten größeren Firma. Mein eigenes Ingenieurbüro Projektorganisation hatte ich 1992 gegründet. Den Begriff „Managing Director“ kannte ich nur von der Visitenkarte meines Vaters. Leider verstarb er 1991. So hatte ich meinen wichtigsten irdischen Berater viel zu früh verloren. 

Im Firmenname unserer verflochtenen Ingenieurgesellschaft tauchte das Wort Projektmanagement zum ersten Mal für mich auf. Erklären konnte mir das keiner meiner Geschäftspartner so richtig – es war also was ganz praktisches für Organisationstalente und Ingenieure im Bereich der Erneuerbaren Energien und zugehöriger Fachkongresse. Drei Jahre später hatte ich mich dann zu einem Verein durchgefunden der mich, zwischenzeitlich als weiterhin wissensdurstige junge Frau Mama einer zauberhaften Tochter, in den Bann zog und ebenfalls zur Weltreisenden werden lassen sollte. Nun mit doppelter Frauenpower. Immer das kleine Schlaffellchen dabei… 

Das alles ging und geht, für mich ganz persönlich und vor allem für mein lebensnahes Umfeld, etwas besser mit dem verinnerlichten 1x1 des Projektmanagements zu illustrieren. In Berater-, Trainer- Coaching-Ausbildungen lernt man ein paar hilfreiche Methoden, auch um sich selbst zu reflektieren. Das halte ich für sehr wichtig. Das führt zu mehr lebendigem und respektvollem Selbst-Bewusst-Sein. Ohne meine persönliche Melange aus Autogenem Training, diversen Yoga- und Qi Gong Stilen, alles in moderater Form und Bewegung und vorzugsweise an der erfrischenden Luft, nennen wir es Smoothe Triathlon Training – meine Energie wäre nicht ausbalanciert. 

Zur Ruhe dafür komme ich für mich allein und natürlich im Familien- und Freundeskreis. An sinnlich eingedeckten Tafelrunden, an kühler Luft, unter dem stillen Sternenhimmel, an und auf erfrischenden, schattigen Wasserwegen, … Bei frischem Quellwasser, gutem Öl und einem frischen Salat dazu. 

 

Wie hast du Projektmanagement gelernt und was würdest du Einsteigerinnen in diesem Feld raten? 

 

Ungefähr so:

Praxis. Praxis. Praxis. Fragestellungen haben. Theoretischen Abgleich und Austausch suchen und finden. Praxis. Praxis. Praxis. Fragestellungen haben. Theoretischen Abgleich und Austausch suchen und finden. Praxis. Praxis. Praxis.

Erste Projekte organisierte ich mit 7 Jahren. Das war eine Sammelaktion für eine Spende. Wir kauften ein Fahrrad für eine Familie, die das Geld nicht hatte. Also bin ich seit gut 40 Jahren Projektarbeiterin ;-) 

Projekt-Managerin bin ich seit gut 30 Jahren. Auch, wenn das da noch nicht so hieß, sondern Entwicklungsingenieur: ich entwickelte eine Produktionstechnologie zur Herstellung eines Gas- und Flüssigkeitschromatografen. Nach der Pilotserie begleitete ich die Implementierung in die serielle Produktion. Mein Team und das Umfeld war gut 20 Männer stark. Mit Anfang 20 und langen Schneewittchenhaaren heiß es einmal mehr: immer schön sachlich bleiben, „Männer und Frauen!“ 

 

-       Projektmanagement hilft, gemeinsam an konkreten Zielen zu arbeiten. 

-       Moderationstechniken helfen, Abschweifungen zu vermeiden.

-       Die größten Eisberge gibt es in jedem Menschen.

 

Heute, ein paar Firmen und Vereine weiter, mit über 12500 Stunden allein als Beraterin, Trainerin, Coach, Fall-Supervisorin, PM-Diplomatin, Netzwerkerin, kommen über meine moderierten PM-Informationsveranstaltungen und reflektierende Lessons Learned Runden, immer wieder neue „updates“ und upgrades“ im Projektmanagement hinzu. Manche Fragestellungen wiederholen sich, manche sind neu, dem aktuellen Zeitgeschehen und der veränderten Lebensweise entsprungen. Passende Lösungen und Antworten gemeinsam zu erarbeiten erfreut mich immer wieder. Kompetenz und Ehrlichkeit dabei kann jedes Wesen spüren oder das Erspüren neu lernen. Ehrlichkeit ist mit unseren tiefen Instinkten verbunden. Und das schafft Klarheit. Wie wir unseren Kern, unser Herzzentrum, schützen können, zeigt uns jede Haselnuss oder Kirsche. Und wer keine Kirschen mag, der trifft eine andere Wahl.

Aus meinem Erfahrungsschatz vermittle ich ganz praktisch und lebensnah. Im Handwerk sind es „Handwerkerprojekte – Professionelles Projektmanagement „einzukaufen“ macht natürlich ab einer gewissen Komplexität auch finanziell Sinn. Anwenden kann man es immer. So, wie „Straßenverkehrsregeln“. 

Das Grundlagenwissen für Projektmanagement vermitteln wir seit den 2000er Jahren vor allem auch an Lehrer. Dann können unsere Kids „coole Projekte“ machen. Der Lehrer kann sich dann in der Rolle des „Managers“ üben. Also mehr in der Rolle des moderierenden Dienstleisters als in der Rolle des allwissenden Frontal-Despoten. Das entspannt auch den stressigen Lehrerberuf. Vom Ansager zum Ermöglicher und Förderer. Das machen heute ja schon viele sehr gut. Im besten Fall bekommt der Fachlehrer noch einen Sozialarbeiter zur Seite gestellt. Dann ist das schon richtige Teamarbeit. Ebenso geht das auf die Ausbildungen zu übertragen. Und an die Universitäten sowieso. Es ist viel effektiver und wirkungsvoller, wenn Fragestellungen in der Gruppe bearbeitet werden. Was dann den Unterscheid zwischen managen, führen, steuern ausmacht und wie respektvolle gewaltfreie Kommunikation geht, wie man Grenzen setzt und wie zuhören oder „nein-sagen“ geht, das sollte man natürlich schon frühzeitig lernen. Überall. In jedem Beruf. In jedem Stand. Mit jedem Status. Es geht immer um Respekt. Wahrgenommen werden. Dann kommt frisches Wasser und etwas zu Essen… Mindestlöhne oder hohe Gewinnmargen für „Manager“ usw.

 

-       Manchmal heißt das heute eben Projektmanager. Oder nur Manager. 

-       Oder Führungskraft.

-       Oder Projektsteuerer. Oder Prozessmanager.

 

Der Handwerker managt auch seinen Auftrag in 500 Wohnungen parallel mit 10 Facharbeitern, 2 Azubis an verschiedenen Orten gleichzeitig „zu wirken“. 500 Bäder in 4 Wochen an 3 Standorten? Im Gegensatz zu „Schreibtisch-Managern“ kann man die Qualität seines Managements genau sehen. Er kann es. Oder er kann es nicht. In jedem Fall ist er nach jedem „Projekt“ schlauer. Hat also etwas gelernt. In der Praxis. Weil er es nicht in der Schule hatte. Oder sein Ausbilder es ihm nicht vermittelt hat. Schade eigentlich. Aber oft nicht so schlimm, Erfahrung kann man nicht kaufen. Man kann sie nur MACHEN

Immer geht es um das Zusammenwirken von Menschen und ihre Auf-Gaben im Kontext ihres systemischen Umfeldes. Zwischenzeitlich habe ich vielen jungen und erfahrenen Menschen den Sinn, den Nutzen und die Praxis des kleinen und großen 1x1 des Projektmanagements individuell, in kleinen und großen Gruppen und in ganzen Systemen vermitteln können. Die Zahl der Menschen die Projektmanagement gut vermitteln können wächst also. Zum Glück.

Die Anwendungsbeispiele kommen dabei immer aus der jeweiligen eigenen Praxis oder aktuellen Fragestellung heraus. Der Transaktionsnutzen aus der inzwischen so umfassenden Theorie der Welt des Projektmanagements ist damit direkt praktisch geankert, gesichert. Zeitlich begrenzte und etwas komplexere Vorhaben gibt es faktisch immer und überall. Für das Umsetzen dieser Vorhaben hilft gesunder Menschenverstand + Respekt + professionelles Projektmanagement. Meistens.

Im Zusammenhang mit Weltkongressen für Projektmanager war ich für ein paar Jahre im Kernteam der internationalen Organisatoren. Neben vielen Reisen, permanentem Schlafmangel und immer großer Sehnsucht nach meiner Tochter und einer frischen Tasse Kräutertee für mich, ergab dies alles meine finanzielle Unabhängigkeit. 

Und somit die Möglichkeiten, um parallel zu allem „modern Business“, mein Holz-Lehm-Sisal-italienische Hanfstoffe-Haus-Hof-Garten-Landschafts- inkl. Solar- und Pflanzenkläranlage Kleinod mitzubauen. Es war kein Traum. 

Es war Interesse und Lust am Handwerk und der Wiederbelebung traditioneller Baukulturen. Mit traditionellen Handwerkstechniken und Wandergesellen die, wie wir in der Bauzeit, in meinen selbst genähten Indianerzelten lebten. Entweder Frau konnte das – woher auch immer „managen“ - oder sie konnte das nicht. Oder sie lernte und lernt gerne dazu. Ein Gegenüber zum Stellen von Fragen war kaum da. Oder nicht bereit, Wissen und Erfahrungen mit-zu-teilen. Lernen wollen braucht immer intrinsische Motivation. Lernen können, Ermöglichung.

 

Projektmanagement und Handwerk - eine zunächst ungewöhnliche Kombination. Wie kann Projektmanagement im Handwerk unterstützen? 

 

Handwerk erbringt Leistungen zum Anfassen und Nutzen. Management ist: was zum Zeitvertreib? Als Organisationstalent bewegen mich solche Fragen. Sie stoßen mich an die Grenze von Projektmanagement. Weil es um Geld und Zeit und Qualitätsarbeit geht. 

Mit der Bravour der Organisation für Projektmanager Weltkongresse in Berlin und Indien sowie der Weltpremiere für den „1st International Project Management Award, 2002 in Berlin“ hatte ich meine Erfahrungen als Senior Projektmanagerin mit IPMA Level B Zertifizierung nachgewiesen. Als 250. Manager. Weltweit. Darunter keine Handvoll Frauen. Eine Analogie zu meiner Mutter und Ihrem Ingenieurabschluss im Juni 1953.

Wie das alles so erblühend gut für eine ledige Frau Mama, wie mich geht, fand Interesse und Nachfrage. So erhielt ich die Einladung ein größeres Weiterbildungsunternehmen für Projektmanagement-Trainings mit aufzubauen. Ein Unternehmen aufzubauen ist kein Projekt. Diese Besonderheiten sollten Frau immer gegenwärtig bleiben. Und daher gibt es wesentliche Teilprojekte zu managen.

Dieses Vorhaben führte mich vom Landleben wieder an die Berliner Südküste. Meine Tochter kam in die Pubertät. Und ich brauchte weitere Mitarbeiter, die nicht mit auf dem Land oder in der Provinz siedeln wollten. Nebenbei studierte ich noch Marketing-Betriebswirtschaft. Meine Diplomarbeit hatte im Kern das Thema „Mehrwerte für professionelle, firmeninterne Marketing-Strategien am Beispiel des Managements der Kommunikation“. Die Essenzen des Themas kann ich zwischenzeitlich intuitiv aufspüren. Meine analytischen Fähigkeiten in Bezug auf Charaktere in Systemen ist für jede meiner Aufgaben immer ein wichtiges Werkzeug. 

 

-       Marketing-Mix und Kommunikations-Mix ergibt Methoden zur Auftragsklärung

-       Stakeholder-Analyse, Bewertung, Management ermöglicht Projektentwicklung

-       Maslowsche Bedürfnis-Pyramide hilft, Menschen gezielter führen zu können

-       Team-Uhr nach Tuckmann, Weiterentwicklung nach Kreßner hilft im „Sozialen Chemiebaukasten“ den Wertewandel zu managen

 

Was war das bisher erfüllendste Projekt für dich?

 

Das internationale Multi-Projektmanagement für eine durchfahrbare Landschaftsgalerie mit Groß-Skulpturen und einem internationalen Sommerfest mit 350 Gästen. Mit dem Ziel, ein altes Nebengleis der Deutschen Reichsbahn zu erhalten. Und das zugehörige Wartehäuschen komplett zu sanieren – integriertes Handwerker-Projekt. Die Bahn fährt heute noch. Das Häuschen steht auch noch. Wenngleich die Scheiben immer wieder eingeschlagen werden. Und, 25 Jahre später, die Großplastiken verwittert und abgetragen sind. Temporäre Kunst hat ihre Zeit. Und hinterlässt zuweilen Mythen, Plakate, Postkarten, Kataloge und Erfahrungsschätze.

 

Was begeistert dich am Projektmanagement und warum sollte jede von uns die „Basics“ davon können?

 

Projektmanagement hilft, den eigenen Lebensweg, den Alltag und die persönlichen Meilensteine in allen kleinen und großen Systemen zu erkennen, zu verstehen, Höhen und Tiefen als Herausforderungen und Amplituden zu akzeptieren. 

Den eigenen Weg zu reflektieren, zu meistern, Erfahrungen zu teilen, Vertrauen zu wagen und zu erhalten und dabei eine starke unabhängige Frau zu werden und zu bleiben. Im besten Fall bei bestmöglicher Gesundheit, in Sicherheit und Geborgenheit. Mit Freude und in friedlicher Verbundenheit, mit Respekt und in Würde, so sein zu können. Menschlich & gesund.

Vor sieben Tagen bin ich, von einer großfamiliären Reise, aus Singapur und Thailand zurück in das „gute alte Technik-Museum Deutschland“ gekehrt. Welcher Kultur- und Zivilisationsschock, mit nur 4 Wochen mehr Erfahrungsschatz größer ist, was sich wo die Menschen sinnvolles gönnen oder abverlangen, welche Aufgaben wir damit verbinden sollten, darüber können wir uns bei einem guten Tee sehr gerne austauschen. 

Für mich liegt es „ im friedlichen und gesundem between“. 

Kontakt zu Kerstin gibt es hier